Sony und kein Ende
Die Angelegenheit mit Sonys XCP-Kopierschutz nimmt langsam geradezu abenteuerliche Formen an.
Punkt 1: Es stellt sich heraus, dass die Firma “First 4 Internet”, von der Sony den Kopierschutz eingekauft hat, einen ehemaligen Sony-Manager als einen der Firmenchefs hatte. Das ist an sich nicht weiter relevant; Firmenmanager wechseln immer mal wieder zu Zulieferern, und es ist nicht immer so, dass der Manager in seiner neuen Firma weiter zum Wohl seines alten Arbeitgebers arbeitet. Es wäre aber ein Punkt, zu dem weitere Informationen sicherlich interessant wären.
Punkt 2: XCP besteht (unter anderem) aus einem ActiveX-Control. Es ist signiert, Windows installiert es also ohne Meckern (und, wenn die Sicherheitseinstellungen nicht besonders paranoid sind, sogar ohne Rückfrage).
Dieses Control kann von jeder beliebigen Webseite aus verwendet werden und bietet ihnen mindestens die folgenden zwei Funktionen an: RebootMachine und ExecuteCode.
RebootMachine löst einen Rechnerneustart aus; wer XCP hat, kann das hier ausprobieren – aber bitte nicht uns verklagen, wenn Ihnen dort der Rechner heruntergefahren wird, sondern Sony – Sie sind gewarnt!
Was ExecuteCode macht, darüber können wir nur spekulieren, und das will ich auch gleich mal tun: Im schlimmsten Fall erlaubt es der Website, beliebigen Code auf Ihrem Rechner auszuführen. Mit Administratorrechten. Und ohne Sie zu fragen.
Sony ist auf meiner ganz persönlichen Boykottliste soeben auf Platz 1 vorgerückt.


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