XCP: Vorgeschichte
Sony wurde bereits Anfang Oktober über die Probleme mit XCP informiert.
Die Sache wurde unter Verschluss gehalten, damit nicht irgendwelche bösen Buben Viren schreiben, die das installierte XCP als Tarnung für ihre Viren nutzen (was in der Tat seither bereits geschieht).
Befremdlich finde ich, dass Entscheidungsträger von Sony über die Tarnfunktionen von XCP bereits Bescheid wussten. Diese Tarnfunktionen sind in den meisten Staaten der Erde illegal, auch in den USA (wo sie bisher ausschließlich verkauft wurden): sie verstoßen gegen den Verbraucherschutz und gegen Computersabotage-Paragrafen. Trotzdem hat bei Sony offenbar niemand auch nur daran gedacht, die CDs aus dem Verkehr zu ziehen.
Fazit: Sony misst offenbar tatsächlich mit zweierlei Maß. Es ist für diese Firma völlig in Ordnung, die Rechner ihrer Kunden halb lahmzulegen (was sogar gegen das Strafrecht verstößt), aber wenn ihre Kunden gegen (ziviles) Recht verstoßen, wird das mit aller Schärfe verurteilt. (Nur zur Erinnerung: für strafrechtliche Verstöße wandert man in den Knast. Zivilrechtliche Verstöße enden mit Ersatz des entstandenen Schadens und – eventuell – einer Geldbuße.)
Der amerikanische Musik-Vermarktungs-Verband (die RIAA) spielt die Angelegenheit immer noch herunter. Was viel über die Rechtsauffassung und Rechtstreue dieses Verbands aussagt…
… ich glaub, ich kauf vorerst Musik-CDs nur von kleinen Labels, die nicht in irgendwelchen Verbänden sind. Ich kann gut auch ein paar Jahre ohne Madonna-CDs auskommen


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